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Brokerarten

Diese Brokerarten gibt es

Bitte beachten Sie, dass wir uns im Folgenden ausschließlich mit den Brokerarten im Bereich des CFD- und Forexhandels beschäftigen.

Zunächst einmal sollte man zwei ganz wichtige Dinge bei der Begrifflichkeit des Brokers beachten: handelt es sich um die kontoführende Stelle oder habe ich es mit einem Vermittler (einem sogenannten Introducing Broker) zu tun.

Dann stellt sich als nächstes die Frage, was für eine Art Broker ist die kontoführende Stelle. Oftmals ist diese Information überhaupt nicht ersichtlich, weil es in der Regel die Entscheidung der kontoführenden Stelle ist, wie vorgegangen wird und oft werden zum Beispiel unterschiedliche Kontotypen unterschiedlich behandelt. Und oftmals wird auch aus Gründen des Marketing die Wahrheit ein wenig „verdreht“ – auch darauf gehen wir hier ein:

Market-Maker

Lt. Wikipedia ist der Market-Maker ein Marktteilnehmer auf dem Kapitalmarkt, der für verschiedene Finanzinstrumente (hier CFDs und Forex) An- und Verkaufskurse stellt.

In der Meinung des Internets hat der Market Maker oft eine sehr negativ behaftete Bewertung, weil man meint, die Gewinne der Kunden seien die Verluste des Market Makers und umgekehrt. Und daher würde ein Interessenskonflikt herrschen. Das muss aber nicht zwangsläufig so sein. Vielmehr hat der Market-Maker immer die Kontrolle über seine Positionen und kann entscheiden, ob er z.B. die Positionen der Kunden "matched". Das heißt, Long- und Short-Positionen werden gegeneinander "verrechnet" und der Broker betrachtet lediglich die Überhänge auf der einen oder anderen Seite. Und wie er mit diesen verfährt, ist die Entscheidung des Brokers.

In Wirklichkeit ist es aber so, dass die kontoführende Stelle IMMER ein Market Maker ist! Die Frage ist lediglich, wie der Market Maker die Positionen des Kunden behandelt und da gibt es einige Unterschiede:

DD-Broker (dealing desk)

Die hohe Kunst des Brokerage, weil sie die komplexeste Form des Brokerage ist. Hier entscheidet der Broker in der Regel nicht über die Handhabung der einzelnen Position. Vielmehr entscheiden die Händler, was und wann passiert und normalerweise werden Überhänge betrachtet. Wenn z.B. alle Kunden eines Brokers im Dax.CFD mit 100 Millionen Euro long und mit 120 Millionen Euro short sind, entscheidet der Broker, ob er den Überhang von 20 Millionen Euro selber am Markt ganz oder teilweise absichert. Diese Entscheidungen gibt das Risiko-Management des Brokers vor und der Händler agiert hier nach eigenem Ermessen innerhalb der vorgegebenen Parameter.

STP-Broker (straight-through-processing)

Wenn diese Art des Brokerage durchgeführt wird, wird jede Position, die ein Kunde eröffnet oder schließt, an einen oder mehrere andere Marktteilnehmer (Broker, Banken, institutionelle aber auch Privatkunden) weiter gegeben.

NDD-Broker (non-dealing-desk)

Bei dieser Art wird im Grunde genommen lediglich ausgesagt, dass es keinen Dealing-Desk, also Händler, gibt. Die „Arbeit“ wird von Computern und Programmen erledigt. Das kann ein Vorteil für Kunden sein, muss aber nicht zwangsläufig so sein.

ECN-Broker (electronic-communications-network)

Hier nutzt der Broker ein elektronisches Kommunikationsnetzwerk, um dem Kunden einen direkten Zugang zu anderen Market-Makern zu geben. Auf Seiten des Anbieters entstehen hier für Technik und Abwicklung Kosten, die zusammen mit einer Marge in Form von Kommissionen an den Kunden weiter gegeben werden.

White-Label-Broker

Dies ist eine besondere Form des Brokerage. Hier nutzt der Anbieter, also die kontoführende Stelle, einen anderen Market-Maker um ein fremdes Angebot als sein eigenes darzustellen. Es wird also so getan, als sei man ein Broker, im Grunde ist man aber nur eine Sonderform eines Vermittlers, der mehr darstellt als er ist. Um welche Art des Brokers es sich handelt, ist vielfach nicht ersichtlich. Oft wird aber gerade hierbei "geschönt". Wenn zum Beispiel ein "Market Maker" im Hintergrund ist, behauptet das White-Label, ein STP- oder ECN- Broker zu sein; was de facto aber nicht stimmt.

Introducing Broker (IB)

Hier handelt es sich, genau wie bei Smart Markets, um einen reinen Vermittler. Der Kunde eröffnet also nicht bei dem IB sein Handelskonto sondern bei dem Broker, mit welchem der IB zusammen arbeitet. Im Gegensatz zum White-Label-Broker erfolgt dies hier aber offen und transparent. Der Kunde kann sehen, bei welchem Broker er sein Konto eröffnet.

Warum ist diese Form unserer Meinung nach die beste Lösung für Sie: weil der Introducing Broker normalerweise das gleiche Interesse wie der Kunde hat.

Hier ein Beispiel, um dies zu veranschaulichen:

Der Introducing Broker erhält für seine Arbeit eine Rückvergütung von dem Market-Maker (egal, ob DD-, STP-, NDD-, ECN-Broker). Normalerweise richtet sich diese nach dem gehandelten Volumen der Kunden. Das heißt: je mehr die Kunden handeln, desto mehr kann der Introducing Broker verdienen. Jetzt die Frage an Sie: welcher Kunde handelt auf lange Sicht gesehen mehr? Der Kunde, der „fühlt“, dass seine Ordern und Positionen günstig und fair ausgeführt werden oder der Kunde, der fühlt, dass der Broker „irgendwie“ gegen ihn arbeitet?

Genau richtig und aus diesem Grund hat der Introducing Broker genau das gleiche Interesse wie Sie und ist die für Sie bevorzugte Brokerart.

 

Brokerart DD-Broker STP-Broker NDD-Broker ECN-Broker White-Label-Broker Introducing Broker
Market Maker -
eigenes Orderbuch - möglich - möglich -
partizipert an Kundenverlusten möglich - möglich - möglich -
könnte zum Nachteil des Kunden eingreifen möglich möglich möglich möglich möglich -

 

Fazit

Brokerage ist ein sehr, sehr komplexes Thema und für den Außenstehenden sehr schwer nachzuvollziehen. Die Behauptung eines Brokers, ein STP-Broker oder ein NDD-Broker zu sein, ist keine Garantie für die Qualität dieses Brokers. Wichtig ist zu wissen, dass der Broker, wo ich mein Konto führe, immer ein Market-Maker ist. Jede Form kann Vor- und Nachteile haben.

Zudem gibt es Finanzaufsichten, die definitiv mehr Auflagen bzw. Kontrollen für die Broker haben und unserer Erfahrung nach ist die englische Finanzaufsicht (FCA) dort führend. Kein Wunder, denn das Zentrum des Handels liegt in England. Deswegen haben wir uns unter anderem auch für einen Partner aus England entschieden.

Leider sind viele Broker auch nicht ehrlich, wenn es um die „Offenlegung“ geht. So gibt es z.B. einen sehr großen Broker, unter anderem auch mit einer Niederlassung in Deutschland, der von sich behauptet, ein NDD-Broker zu sein. Komisch nur, dass dieser Broker in England und den USA durch die Finanzaufsichtsbehörden gezwungen wurde, Kunden unrechtmäßig erwirtschaftete Gelder zurück zu erstatten. Ganz offensichtlich hat diesen nicht so seriösen Part eine Software übernommen, ansonsten wäre es ja kein NDD-Brokerage. Ferner gibt es einen Anbieter, der als sog. White-Label-Broker fungiert. Im Hintergrund wird die komplette Infrastruktur eines Market-Makers mit Dealing-Desk genutzt. Und obwohl wir denken, dass es sich bei diesem DD-Market-Maker um einen seriösen Partner handelt, „schwindelt“ der White-Label-Broker lieber und behauptet von sich, ein STP-Broker zu sein. Wahrscheinlich denkt er, dass es sich besser anhören würde.

Wie können Sie denn nun beurteilen, also objektiv entscheiden, ob Ihre Wahl des Brokers die richtige war?

Verlassen Sie sich auf Ihr Gefühl und Ihre Erfahrung mit dem Broker im Livehandel. Auf Grund unserer beruflichen Erfahrung wissen wir, wie schwer es letztendlich ist, einen Broker wirklich zu beurteilen und es gibt keine endgültige Sicherheit in diesem Bereich. Der Rest ist eben ein Gefühl und wir verfahren seit Jahren nach dem Motto: „Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser“. Wir als Introducing Broker mit vielen Kunden holen uns natürlich Feedback über die Kundenzufriedenheit ein. Nur ein zufriedener Kunde bleibt ein Kunde und das ist das, was uns interessiert. Wichtig für uns ist dabei auch, keinen Interessenskonflikt zu haben.

Auf jeden Fall kann eine Beurteilung nicht auf Grund eines oder weniger Erfahrungen getroffen werden. Wenn Sie Daytrader sind und mehrere Trades pro Tag ausführen, ist es natürlich immer möglich, dass Sie auch negative Erlebnisse haben (z.B. negative Slippage, knapp ausgestoppt). Das sind Dinge, die passieren können und werden und damit muss man sich als Daytrader arrangieren. Ganz wichtig ist, dass Sie auch die positiven Dinge erleben: eine positive Slippage zum Beispiel. Oder das der Kurs Ihren Stopp ganz knapp verfehlt und wieder in die gewünschte Richtung dreht. Dies erleben unsere Kunden und wir häufig bei unserem gewählten Broker und wenn das auch noch mit branchenführenden Spreads einhergeht, wünschen Sie sich keinen anderen Broker mehr.

 

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